Erste Allgemeine Verunsicherung auf Schloss Kapfenburg
die Erste Allgemeine Verunsicherung präsentierte am 28. Juli ihr aktuelles Album “Neue Helden braucht das Land” beim Festival Schloss Kapfenburg. Politik, Wirtschaft, Medien: Die Welt heute ist Thema der neuen EAV-Songs. Sänger Klaus Eberhartinger sparte nicht an Spitzen bei seinen Überleitungen. Die armen Banker hätten ein Jahr lang auf ihre Boni verzichten müssen, erklärte Eberhartinger bevor die Band ihren Hit “Banküberfall” spielte und forderte das Publikum auf, sich das Geld dort zu holen, wo es verprasst worden wäre. Auch die Kirche als “Glaubensverwalter” kam nicht ungeschoren davon. “Die Heilige Inquisition oder die Hexenverbrennung – die Kirche hat schon immer gewusst, wie man feiert.”, sagte Eberhartinger. Ihm ging es nicht um den Glauben, sondern um die Hüter des Glaubens und fragte das Publikum: “Was ist heute für die Kids gefährlicher? Internet oder Internat?”. EAV überzeugte durch einen guten Sound, einer ausgefeilten Lightshow und – natürlich – den vielen Verkleidungen.
Panta rhei – alles fließt
Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluss.
Und man muss es eben nehmen wie es kommt.
Auch bei einem Open-Air-Konzert wenn es regnet.
Wie aus Eimern schüttet.
Wie beim Konzert von Till Brönner auf der Kapfenburg.
Im Stechschritt, den Pfützen ausweichend, komme ich
durch den prächtigen Schlossbogen am Eingang, und die erste Assoziation heißt “Oceana”.
Das Album von Till Brönner, 2006 erschienen,mit wunderbaren Songs,
unter anderem gesungen von Carla Bruni, kommt mir in den Sinn.
In “Oceana” schwebt und schwimmt der Hörer durch die weiten Klangräume,
hier auf Schloss Kapfenburg strömen unzählige kleine Rinnsale den Berg hinab auf mich zu.
Ein Meer von Regenschirmen tut sich vor meinen Augen auf.
Darunter sitzen die letzten Hartgesottenen der Ostalb.
Wahrscheinlich Frühbucher, die die Karten vor ein paar Wochen bei 42 Grad gekauft haben.
Schnell ein Bier gekauft, einen Schluck genommen. Ein paar Minuten später ist das Glas wieder voll. Macht nichts, wenn der Alkoholpegel sinkt, dann kann ich mir noch ein zweites Glas genehmigen.
Arme Mädchen, mit Lappen und Scheibenwischer bewaffnet, wischen und waschen die Tische und Bänke trocken. Sisyphosarbeit. Keine Chance auf Erfolg.
Und dann ist er plötzlich da. Till Brönner, der international konkurenzfähigste unter den deutschen Popstars (Musikexpress) betritt die Bühne. Er zuckt mit den Schultern, will sagen, was kann ich für’s Wetter.
Die ersten Töne setzen ein.Die Trompete, die keiner so spielt wie er.
Dann kommt die Band. Rhythmus, Melodie, Takt.
Und dann kommen sie, langsam rollen sie auf uns zu.
Die Klangwellen. Sie verbinden sich mit dem Regen, den Regenwellen, und schon
nach kurzer Zeit klingt alles wie aus einem Guss. Man vergißt die Zeit, den Regen,
läßt sich ein auf den Fluß,den Langem, den Ruhigen.
Auf die blauen Lichter, die die Bühne zauberhaft beleuchten.
Es wird dunkel, und die Bühne strahlt plötzlich rot. Im Hinterkopf schwirrt eine Melodie, gespielt von einer Trompete, mal zart, mal hart. Jazzig, groovig, funkig. Melancholisch bisweilen.
Panta rhei – alles fließt.
Die Musik, das Bier, der Regen.
Es passt.
Und zurück bleibt die Erkenntnis, dass ich mich an dieses Konzert bestimmt noch in 30 Jahren erinnern werde.
Gerade und wegen dem Regen.
Brunch auf dem Bauernhof 2010
Am 11. Juli fand im Ostalbkreis zum dritten Mal der “Brunch auf dem Bauernhof” statt. Wir waren beim Schafhof Erhardt in Ellwangen-Killingen und haben hier einige Impressionen zusammengestellt. Viel Spaß…
Karg, widerstandsfähig, aber schön
3,70 Meter hoch und 2,7 Tonnen schwer ist die Marmor-Stele des Ellwanger Bildhauers Rudolf Kurz, die gestern vor der neuen Sporthalle in Unterkochen enthüllt worden ist. Das aus norditalienischem Marmor angefertigte Kunstobjekt sei “karg, widerstandsfähig, aber schön”, sagte der Künstler über sein Werk. Er sei ein konservativer Künstler, weil konservativ für bewahrend stehe. Das sieht auch Ortsvorsteher Karl Maier so, der mit der Stele einen bleibenenden Mehrwert für Unterkochen sieht. Nach dem Leporello von Helmut Schuster im Inneren der Halle sei nun die Sporthalle künstlerisch abgerundet. Außerdem habe das Kunstwerk einen klaren Bezug zur Landschaft und zur Kultur.
Es grünt so grün, wenn Aalens Blüten blühen
Vor 650 Jahren wurde Aalen zur Reichsstadt erhoben. Anlaß genug, dieses Ereignis mit der Sommeraktion “Aalen City blüht – historisch” gebührend zu feiern. Acht verschiedene Plätze der Innenstadt haben die beteiligten Gärtnereien und Gartenbaubetriebe mit tausenden bunten Blumen und Blüten geschmückt. Jeder Platz ist mit einer historischen Tafel versehen, die den Besuchern die Aalener Stadtgeschichte näher bringen soll. So lebt auf dem Rathausvorplatz die “Aalener Bergbautradion” (Foto unten) wieder auf, an der Stadtkirche wird das Thema “Religion und Bildung” mit einer alten Schulbank optisch dargestellt. Die Gestaltung des Bahnhofvorplatzes erinnert an die Eisenbahnstadt Aalen, während auf dem Spritzenhausplatz (Foto oben) das Thema “Lebensmittelversorgung mit Kornhaus” aufgegriffen wurde. Die Zeitrutsche dient dabei als Übergang in die heutige Zeit.
Die erwarteten 100.000 Besucher aus Nah und Fern können sich vom 18. Juni bis 29. August an der Blumenpracht in Aalens Innenstadt erfreuen. Wie in den vergangenen Jahren werden die einzelnen Plätze an bestimmten Tagen von 22 bis 24 Uhr mit Licht besonders in Szene gesetzt. Diese Illuminationen finden bei schöner Witterung am 26. Juni, 31. Juli und 21. August statt. Bei schlechtem Wetter wird die Aktion auf den jeweils darauffolgenden Samstag verschoben.








